Kleine Case Study zur lokalen Suchmaschinenoptimierung

Für diese Case Study habe ich mir mal Handwerker herausgesucht. Genauer gesagt Klempner. Zu diesem Zweck habe ich bei Google nach “Klempner Oldenburg” gesucht. Die Eingrenzung auf Oldenburg ist mir in diesem Fall sehr wichtig, da ich hier den Einsatz der lokalen Suchmaschinenoptimierung untersuchen will.

Die Suche nach einem Klempner in Oldenburg über Google

Was hier deutlich auffällt:

Die ersten Ergebnisse sind aus einem Branchenbuch. Hier die Gelben Seiten. An dritter Stelle taucht erfreulicher weise die Seite eines hiesigen Klempners auf. Danach folgen wieder Branchenbücher und auf der rechten Seite, wie üblich Adwords Anzeigen.

Ergänzen wir hier noch den Notdienst erhalten wir auch lokale Treffer

Klempner Notdienst Oldenburg: Hier Ergebnisse aus der Google Suche

Aber das kann doch nicht richtig sein, dass wir nur 3 Klempner in Oldenburg haben, die einen Notdienst anbieten? Selbstverständlich nicht. Was allerdings noch viel schlimmer ist: von den drei Ergebnissen ist nur ein Eintrag vom Unternehmen selbst erstellt worden. Die anderen beiden Einträge sind automatische Profile, die Google selber angelegt hat.

Klempner Notdienst Oldenburg in der Gesamtansicht

Erst an der siebten Stelle der organischen Suchergebnisse taucht hier überhaupt eine Url eines Klempners als Ergebnis auf. Zählt man nun noch die Anzeigen dazu ist die Seite auf Platz 10.

Karsten HagelsteinSchaut man sich die Seite des Klempners einmal an, erkennt man auf den ersten Blick, dass hier noch deutliches Potential nach oben vorhanden ist. Ein Blick in den Quellcode zeigt nicht nur einige Fehler an, sondern starke Anzeichen für Spam. Meta Angaben werden immer wieder mit den gleichen Keywords vollgestopft und einige Angaben werden schlichtweg falsch verwendet.

… und trotzdem scheint Google froh zu sein überhaupt Ergebnisse anzeigen zu können. Das zweite Ergebnis arbeitet ebenfalls mit Methoden, die vor Jahren schon als nicht mehr gut angesehen wurden. Heute würde man dazu sagen: “Diese Spam Methoden sollten nicht mehr genutzt werden, da sie der Seite definitiv Schaden!”

Es reicht nicht mehr aus irgendeine Webseite zu haben

Die Goldgräber Stimmung ist verraucht und es ist einfach nicht mehr ausreichend eine Seite im Netz zu haben. Jeden Tag kommen neue, ambitionierte Anbieter auf den Markt und übernehmen die Top Positionen in den Suchmaschinen.

Die eigene Internetseite ist ein mächtiges Marketing Werkzeug

1 von 3 Suchanfragen am Desktop PC ist lokal orientiert

Beim Smartphone sind zwischen 40% und 50% der Suchen lokal ausgelegt

78% der lokal-mobilen Suchen führen innerhalb von wenigen Stunden in eine Offline Konversion!

Quelle: Studie, Umfrage

Man stellt sich die Frage, warum Unternehmer, die es anscheinend erkannt haben, dass eine eigene Webseite wichtig ist, um sich am Markt etablieren zu können, sich diese große Anzahl an Kunden entgehen lassen. Die eigene Webseite macht schließlich nur dann Sinn, wenn sie auch gefunden wird. Dabei ist bei den meisten Handwerkern nicht einmal die globale Suchmaschinenoptimierung wichtig, sondern hier geht es um lokale Suchmaschinenoptimierung, um die Kunden vor Ort anzusprechen. Gerade für Handwerker und Dienstleister aus der Region bieten sich enorme Möglichkeiten.

 

3 Faktoren, die für den lokalen Kauf sprechen

Quelle: http://www.thinkwithgoogle.com/research-studies/how-advertisers-can-extend-their-relevance-with-search.html

Die Studie zeigt, dass Kunden lieber lokal kaufen würden, wenn das Geschäft in der Nähe ist, die Waren verfügbar sind oder aber sie günstiger als im Internet sind. Der wichtigste Punkt ist aber die Geschwindigkeit, mit der der Konsum befriedigt wird.

Wo liegen die Gründe für das schlechte Ranking der hiesigen Klempner?

  • 50% der Seiten hat weniger als 10 Seiten im Index
  • 81,25 % der Seiten haben weniger als 10 Rankings
  • Spam Methoden werden immer noch verwendet
  • 1 Ergebnis hat einen OVI von >1, alle anderen liegen deutlich darunter
  • In den meisten Fällen gibt es keinen Places Eintrag
  • Social Media ist bei wenigen vorhanden und wird kaum gepflegt
  • Citations sind wenig vorhanden
  • Reviews werden wenig bis gar nicht genutzt

Auf den ersten Blick fällt auf, das die Webseite nicht liebevoll betrieben wird. Einige nutzen diese gar nur als Visitenkarte ohne weiteren Inhalt. Einige der untersuchten Seiten nutzen zusätzlich noch Spam Techniken von vor 10 Jahren. Das Meta Tag Keywords wird extrem mit Keywords befüllt und zusätzlich noch mehrfach verwendet.

Die Webseiten der Klempner verfügen in der Regel über wenige Seiten und diese sind dann auch noch mit wenig Inhalt gefüllt. Wir können hier also auf jeden Fall schon von thin content sprechen. Gerade in Zeiten von Kuscheltieren natürlich keine gute Voraussetzung für gute Rankings.

Gerade für die lokale Suchmaschinenoptimierung wird hier wenig bis gar nichts gemacht. Bei den meisten Klempner gibt es nur automatische Places Einträge von Google. Citations, also Nennungen sind ebenfalls kaum vorhanden. Reviews werden nicht genutzt. Backlinks sind durch die Bank weg fast gar nicht vorhanden.

Entgegen meiner Aussage lässt sich hier erkennen, dass noch viel Potential vorhanden ist, das nicht genutzt wird. Es gibt also noch deutlichen Nachholbedarf bei Klein- und Mittelständischen Unternehmen. Dabei geht es hier tatsächlich um eine relativ einfache Möglichkeit mehr Kunden für das Unternehmen zu gewinnen. 

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Über Malte Koj 43 Artikel
Seit 1998 bewege ich mich durch die Gefilde des online Marketings. Ich bin Vater zweier Kinder und glücklich verheiratet. Hier im Blog gebe ich gerne Tipps und Tricks zu SEO & SEA.

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